Nachdem ein Bekannter unbedingt nachweisen mußte, daß meine alte FinePix Z2 sich nicht zur Unterwasserfotografie in Kretas Plumpsklos eignet, war ich seit einiger Zeit ohne eine Kompaktkamera. Das hat sich nun glücklicherweise wieder geändert.
Seit dem heutigen Tag bin ich stolzer Besitzer einer Panasonic DMC-TZ10. Diese gehört zur Gattung der sogenannten Travel-Zoomer, welches Kameras mit kompaktem Äußeren sind, die aber durch einen weiten Brennweitenbereich und eine Reihe reisetechnischer Finessen glänzen.

Die TZ10 besitzt als Schmankerl einen GPS-Empfänger, mit dem sie Fotos auf Wunsch automatisch mit der aktuellen Position versehen kann; gerade im Urlaub eine sehr wertvolle Funktion. Daneben bietet sie einen Brennweitenbereich, der von deutlichem Weitwinkel (25mm) bis zu relativ starkem Tele (300mm) reicht. Panasonic-typisch gibt es die TZ10 nicht nur in silber und schwarz, sondern auch in verschiedenen Farben. Ich habe mich hier für die Variante in Dunkelblau entschieden.
In Anlehnung an den früheren Test mit der alten Z2 habe ich mir die Bildqualität einmal angesehen (bzw. natürlich auch schon vor dem Kauf). Der Vergleichbarkeit zuliebe mußte wieder dieselbe Kneipe als Testobjekt herhalten. Auch wenn die TZ10 mit 12 Megapixeln mehr als doppelt so viele Punkte im Bild unterbringt, habe ich die Bilder auf 6 heruntergerechnet. Insbesondere bei höheren Empfindlichkeiten sind größere Pixelzahlen eh großer Unsinn (um genau zu sein, sind 6 Megapixel bei einem 1/2.3"-Sensor schon bei ISO 400 ziemlich optimistisch).

Die Detailzeichnung ist relativ gut, und nach der Verkleinerung auf 6MP sieht man nicht mal mehr viel vom Rauschfilter der Kamera (der natürlich bei der hohen Pixeldichte auch auf Basis-Empfindlichkeit schon arbeitet). Bei ISO 400 wird es zwar schon merklich schlechter, aber noch nicht katastrophal. Hiervon könnte man noch problemlos einen vernünftigen Abzug bekommen:

Bei ISO 800 und 1600 wird das Rauschen und die Filterung immer stärker, und vor allem nimmt die Farbsättigung merklich ab:


Wenn man sich allerdings das Gesamtbild auf ISO 1600 ansieht, ist sogar dieses Bild für kleine Abzüge eventuell noch zu gebrauchen.

Tatsächlich ist die Bildqualität der TZ10 hier um Größenordnungen besser als die der Z2, obwohl die Pixeldichte auf dem Sensor mehr als doppelt so groß ist. Das ist nüchtern betrachtet eine durchaus bemerkenswerte Leistung, auch wenn für meinen Geschmack 6 bis 8 Megapixel weiterhin für eine Kompaktkamera absolut ausreichend wären. Heutzutage kann man aber wohl schon froh sein, daß es nicht mittlerweile 20 und mehr geworden sind.
Unter dem Strich läßt sich sagen, daß die Kamera sehr angenehm zu benutzen ist und in vielen Situationen brauchbare Bilder erzeugt. Der "intelligenten" Vollautomatik mißtraue ich zwar instinktiv, aber die muß man nicht benutzen. Im Gegenteil bietet die TZ10 eine Fülle manueller Eingriffsmöglichkeiten bis hin zur Halbautomatik mit Belichtungszeit- oder Blendenvorwahl. Und sowieso gilt immer das Motto: die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Und dafür ist so ein Travel-Zoomer ja wirklich wie gemacht.